19 August, 2019

…arbeiten im Job nur für sich selbst

Obacht im Bewerbungsprozess: Blender verraten sich über ihre Kommunikation

Der Begriff des Psychopathen ist wohl jedermann geläufig: Die Menschen verbinden damit zwielichtige Gestalten in Film und Fernsehen, die beispielsweise als Serienmörder ganze Scharen von Ermittlern auf Trab halten, bevor sie in einem rasanten Finale festgesetzt und ihre kriminellen Machenschaften gestoppt werden können. Nur die wenigsten Menschen wissen aber, dass uns Psychopathen ganz konkret auch im Alltag begegnen: Nicht als Gewalttäter im herkömmlichen Sinne, wohl aber mit der gleichen negativen Energie: Psychopathen – egal ob privat oder beruflich – geht es darum, ihre ganz eigenen Ziele zu erreichen, und zwar ohne Mitleid, Rücksicht oder Reue. Wer verhindern will, einen Psychopathen auf einen wichtigen Posten zu setzen oder – wenn dies versehentlich schon geschehen ist – diesem eine sensible Aufgabe anzuvertrauen, muss wissen, wie dieser tickt.

Einem Psychopathen fehlt von Geburt an der emotionale Link im Gehirn.

Sein Gefühlsapparatur steht also ab Werk auf „Off“. Weil Gefühle Menschen bekanntlich sehr stressen können, lässt der Psychopath diese Einstellung sehr bewusst so, wie sie ist. Damit ist er im Geschäftsleben klar im Vorteil. Ein Psychopath ist in erster Linie ein Eindrucksmanager: Er steuert gezielt den Eindruck, den er bei anderen hinterlässt. Völlig anders sieht dies bei den Aufgaben aus, die ihm im beruflichen Alltag zugewiesen werden: Die nämlich erledigt er nur dann, wenn es seinem persönlichen Plan dient. Denn nur diesem Plant dient auch er selbst. Der Psychopath ist ein Performer, der ausnahmslos für sich selbst arbeitet. Psychopathen können Unternehmen auf kurze Sicht voranbringen – aber nur dann, wenn dies zufällig ihrem eigenen Ziel entspricht. Irgendwann wird ihnen langweilig und dann richten sie Schaden an. Die Gefahr ist systemimmanent. Der Psychopath ist also ein Loyalitätssimulant und somit brandgefährlich – niemand kann wissen, was er als Nächstes tut. Bei einem Psychopathen hat man es mit einem Blender zu tun, der nur oberflächlich über Charme verfügt. Worüber er allerdings sehr wohl verfügt, sind raffinierte Lügen und einnehmende Umgangsformen, die ihm dazu verhelfen, hohe Positionen einzunehmen und das Vertrauen der Entscheider zu gewinnen.

Ein Psychopath ist überzeugt von seinem übersteigerten Selbstwert.

Das lässt ihn mitunter sehr arrogant und eingebildet reagieren – aber immer nur Menschen gegenüber, die er niedriger einstuft, als sich selbst. Kritik prallt ganz und gar an ihm ab. Der Psychopath ist ein versierter Lügner, der seine Opfer ohne Skrupel bewusst in die Irre führt –  manchmal einfach nur aus Langeweile. Dabei fehlt es ihm an jeglichem Reue- oder Schamgefühl. Profiler wissen: Ein Psychopath ist absolut unbarmherzig und blind für die Bedürfnisse anderer. Wenn ihm diese nicht dienen, hegt er Verachtung für seine Kollegen, die er nicht selten als Opfer sieht.

So, wie der Psychopath menschliche Beziehungen komplett ablehnt – ganz egal, ob es sich um persönliche oder berufliche handelt – lehnt er auch jegliche Form von Absprachen ab. Verabredungen und Verträge hält er nicht ein. Dass dieser Wesenszug im Beruf an allen Ecken und Kanten zu Problemen führt, bedarf keiner gesonderten Erklärung. Insgesamt ist der Psychopath die wandelnde Verantwortungslosigkeit, sodass es immens wichtig ist, einen Menschen mit diesem Wesensmerkmal möglichst früh – am besten bereits im Bewerbungsprozess – von den geeigneten Jobanwärtern zu unterscheiden. Entscheider tun gut daran, ein besonderes Augenmerk darauf zu legen, wie jemand kommuniziert. Der Psychopath fordert typischerweise vom Umfeld vieles ein, was er selbst nicht liefern will– etwa Respekt oder Fairness. Dabei ist er absolut unempfänglich für jede Form der psychologischen Manipulation – ganz einfach deshalb, weil er emotional nicht empfänglich ist. Um einen Psychopathen zu entdecken, bevor er irreparablen Schaden anrichten kann, sollte man also zwingend beobachten, wie jemand mit Menschen interagiert, die er einer Nieder-Relevanz-Kategorie zuordnet – und zwar dann, wenn er sich unbeobachtet fühlt. Wertet er ab, manipuliert er und verhält er sich aggressiv? Dann sollte man definitiv die Finger von ihm lassen.