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Fraport-Geschäftsjahr 2019: Positive Entwicklung von Umsatz und operativem Ergebnis 

Die Fraport AG blickt auf ein positives Geschäftsjahr 2019 zurück: Der Flughafenbetreiber hat alle finanziellen Ziele erreicht – trotz einer deutlichen Eintrübung des Umfelds gegen Jahresende. Seit einigen Wochen treffen zudem die Auswirkungen des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) den Luftverkehr massiv. Vor diesem Hintergrund ist es derzeit nicht möglich, einen konkreten Ausblick auf die Geschäftsentwicklung des laufenden Jahres zu geben. In Summe erwartet der Vorstand ein deutlich rückläufiges Konzern-Ergebnis.

Dr. Stefan Schulte, Vorstandsvorsitzender der Fraport AG: „Nach mehreren Jahren mit starkem Wachstum befindet sich die Luftfahrt derzeit in einer schweren Krise, deren Ende wir noch nicht absehen können. Bereits vor der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus hatten sich die Aussichten eingetrübt. Die schwächelnde Konjunktur, zunehmende geopolitische Unsicherheiten, eine Angebotskonsolidierung sowie Insolvenzen einzelner Fluggesellschaften und Reiseveranstalter haben unser Geschäft im letzten Quartal des abgelaufenen Geschäftsjahres belastet. Vor diesem Hintergrund ist es eine starke Leistung, dass wir alle unsere finanziellen Ziele erreicht haben. Dies haben wir vor allem auch unserer breiten internationalen Aufstellung zu verdanken.“

Umsatz- und Ergebnisziele erreicht

Der Konzern-Umsatz erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 6,5 Prozent auf rund 3,7 Milliarden Euro. Bereinigt um die Erlöse im Zusammenhang mit kapazitativen Investitionsmaßnahmen aufgrund der Anwendung von IFRIC 12 legte der Umsatz um 4,5 Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro zu. Dieser Anstieg ist vor allem auf die insgesamt konzernweit gute Verkehrsentwicklung zurückzuführen. Insbesondere der Standort Frankfurt sowie Fraport Greece und die Konzern-Gesellschaften Lima und Fraport USA steigerten ihren Umsatzbeitrag deutlich.

Das operative Ergebnis (Konzern-EBITDA) legte um 4,5 Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro zu. Hierin enthalten ist ein positiver Sondereffekt durch die erstmalige Anwendung von IFRS 16 in Höhe von 47,5 Millionen Euro. IFRS 16 regelt die Leasingbilanzierung neu und betrifft im Wesentlichen die Behandlung der Mietverträge der Konzerngesellschaft Fraport USA. Aufgrund höherer Abschreibungen lag das EBIT mit 705,0 Millionen Euro um 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Das Konzern-Ergebnis ging um 10,2 Prozent auf 454,3 Millionen Euro zurück. Wesentlicher Grund waren im Vergleich zum Vorjahr geringere sonstige betriebliche Erträge, vor allem aufgrund des Anteilsverkaufs an der Flughafen Hannover-Langenhagen GmbH im Vorjahr (Geschäftsjahr 2018: plus 75,9 Millionen Euro). Bereinigt man den Vorjahreswert um den Einmaleffekt aus dem Verkauf der Hannover-Anteile, so legte das Konzern-Ergebnis um rund 24 Millionen Euro bzw. knapp sechs Prozent zu (bereinigtes Ergebnis 2018: rund 430 Millionen Euro).

Der Mittelzufluss aus laufender Geschäftstätigkeit (Operativer Cash Flow) lag 2019 bei 952,3 Millionen Euro und übertraf damit den Vorjahreswert um 18,7 Prozent. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr (plus 150 Millionen Euro) resultiert aus der insgesamt guten operativen Entwicklung im Konzern, der Anwendung von IFRS 16 und der Verbesserung des Netto-Umlaufvermögens. Der Free Cash Flow verringerte sich erwartungsgemäß aufgrund der hohen Investitionstätigkeiten am Standort Frankfurt und an den internationalen Beteiligungsflughäfen auf minus 373,5 Millionen Euro.

Gemischte Passagierentwicklung im internationalen Portfolio

Der Flughafen Frankfurt konnte im vergangenen Jahr erneut einen Passagierrekord verbuchen: Erstmals nutzten mehr als 70,5 Millionen Passagiere Deutschlands größtes Drehkreuz. Das entspricht einer Steigerung um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Mehrheit der internationalen Beteiligungsflughäfen konnte im vergangenen Jahr ihr Passagieraufkommen steigern. An der Spitze stehen hier die Flughäfen in Antalya (plus 10,0 Prozent auf etwa 35,5 Millionen Fluggäste), St. Petersburg (plus 8,1 Prozent auf 19,6 Millionen Fluggäste) und Lima (plus 6,6 Prozent auf 23,6 Millionen Passagiere). Allerdings zeigen sich auch international die Effekte der weltweiten Konjunktur und anhaltenden Konsolidierung auf Seiten der Airlines. Die Konzern-Flughäfen in Slowenien und Bulgarien haben vor diesem Hintergrund deutliche Passagierrückgänge verbucht.

Unsicherer Ausblick: Sofortige Sparmaßnahmen umgesetzt

Die Ausbreitung des SARS-CoV-2 führt seit Wochen zu massiven Flugstreichungen und einer sehr zurückhaltenden Nachfrage sowohl im Interkontinental- als auch im Kontinentalverkehr. Im Februar sind die Passagierzahlen am Flughafen Frankfurt um vier Prozent zurückgegangen. Die negative Tendenz hat sich hierbei im Laufe des Monats deutlich verschärft: In der letzten Februarwoche lag der Rückgang bei minus 14,5 Prozent. In der ersten Märzwoche gingen die Passagierzahlen sogar um etwa 30 Prozent zurück.

Um auf der Kostenseite gegenzusteuern, hat Fraport eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg gebracht: Alle Kostenpositionen stehen derzeit auf dem Prüfstand, getätigt werden nur noch betrieblich zwingend notwendige Ausgaben. Neueinstellungen bei der Fraport AG erfolgen bis auf weiteres faktisch nicht. Die Fluktuation wird genutzt, um die Personalkosten zu senken, Arbeitsschichten im operativen Bereich werden in den Sommer oder Herbst geschoben. Den Beschäftigten wird angeboten, auf freiwilliger Basis unbezahlten Urlaub oder eine vorübergehende Reduzierung der Arbeitszeit in Anspruch zu nehmen. Kurzarbeit ist in Vorbereitung.

Dr. Stefan Schulte: „Wir müssen derzeit davon ausgehen, dass sich die starken Verkehrsrückgänge in den nächsten Wochen und Monaten fortsetzen, ohne dass wir Ausmaß und Dauer der Rückgänge verlässlich abschätzen können. Daher können wir aktuell keinen konkreten Ausblick für das Gesamtjahr geben. Aus Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie unserem Unternehmen ist es jetzt entscheidend, den Personaleinsatz so schnell und sozialverträglich wie möglich an den reduzierten Bedarf anzupassen und unsere variablen Kosten soweit es geht zu reduzieren.“

Ohne die Ausbreitung des SARS-CoV-2 hätte Fraport die Verkehrsentwicklung in Frankfurt in etwa auf Vorjahresniveau erwartet. Berücksichtigt man die aktuelle Entwicklung, so ist von einem deutlichen Rückgang des Passagieraufkommens in Frankfurt auszugehen. Dies wird auch zu einem deutlich geringeren Konzern-Umsatz am Standort Frankfurt führen. Pro ausbleibendem Passagier rechnet der Vorstand derzeit mit einem negativen EBITDA-Effekt in Frankfurt von etwa zehn Euro bis circa 14 Euro.

Zusätzlich sind die Auswirkungen auf die Passagierentwicklung an den Konzern-Flughäfen derzeit nicht absehbar. Hier kann die Ausbreitung des SARS-CoV-2 sich ebenfalls dämpfend auf den um IFRIC 12 bereinigten Konzern-Umsatz sowie die Ergebniskennzahlen auswirken. In Summe erwartet der Vorstand ein deutlich rückläufiges Konzern-EBITDA, -EBIT und Konzern-Ergebnis. Der Vorstand beabsichtigt, die Dividende für das Geschäftsjahr 2020 dennoch bei 2,00 Euro je Aktie stabil zu halten.

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Studie: Zwei Drittel der selbständigen Online-Händler fühlen sich nicht ausreichend versichert

Lediglich 34 Prozent der selbständigen Online-Händler in Deutschland sind davon überzeugt, gegen die beruflichen Risiken ihrer selbständigen Tätigkeit ausreichend versichert zu sein. Zum Vergleich: Unter den klassischen Einzelhändlern fühlen sich immerhin 63 Prozent gut abgesichert. Das sind Ergebnisse der Studie „Fokus Selbständigkeit“. Die mailo Versicherung AG hat dafür mehr als 900 Freiberufler und Selbständige befragt.

„Der Geschäftsbetrieb im Internet wird vor allem von Cyber-Kriminellen bedroht. Die E-Commerce-Spezialisten sind sich dieser Gefahr bewusst. Jetzt steht die Versicherungswirtschaft in der Pflicht, maßgeschneiderte Produkte für den Ernstfall im digitalen Kaufhaus bereitzustellen“, hat Armin Molla, Vorstand der mailo Versicherung AG, erkannt. Mit dem boomenden Online-Handel rückten stetig neue Händler/Anbieter nach, die vor allem in der Frühphase häufig weder über die Erfahrung noch über die Finanzstärke verfügten, um spezialisierte Policen abzuschließen. „Gefragt sind deshalb einfache und leistungsstarke Produkte, die Online-Händler schnell und komfortabel im Internet abschließen können“, so Molla.

In anderen Branchen fühlen sich die Selbständigen in Deutschland besser abgesichert. So geben zum Beispiel 70 Prozent der freien Unternehmensberater an, sie seien ausreichend gegen berufliche Risiken versichert. „Auch Restaurants und Bürobetriebe sichern sich laut unserer Studie besser ab. Dennoch muss auch hier noch ein größeres Bewusstsein geschaffen werden“, erläutert Molla. Der mailo-Vorstand mahnt, dass angesichts der möglichen Folgeschäden im Ernstfall auch die von gut jedem dritten Befragten als Absicherung ins Feld geführten finanziellen Rücklagen viel schneller ausgeschöpft sein könnten als erwartet.

Weit verbreitete Angst vor Cyber-Kriminellen

Immerhin sieben von zehn Selbständigen wissen um das Risiko und verhalten sich deshalb „vorausschauend“, um nicht Opfer von Kriminellen, Umweltkatastrophen oder eigener Nachlässigkeit zu werden. Als größte Gefahr über alle Branchen hinweg wird Cyber-Kriminalität genannt, jeder Dritte hat Angst vor Hackerangriffen, Datenklau oder Virenbefall. Trotzdem schlossen bislang erst 7 Prozent der Selbständigen eine Cyber-Versicherung ab.

Aber auch Abmahnungen und unberechtigte Ansprüche Dritter sorgen bei vielen der Befragten für Nervosität. Am wenigsten Angst haben die Selbständigen vor Schäden an der Büroeinrichtung oder ihren Waren.

„Leider sind viele Versicherungen noch auf klassische Gefahrenquellen wie Diebstahl ausgerichtet“, sagt Molla. Dies reflektiere aber nicht ausreichend genug die eigentliche Risikolage der neuen Berufe. Moderne Wissensarbeiter seien immer stärker in die digitale Welt eingebunden. Dies müsse sich endlich auch in den Versicherungsangeboten für Selbständige und Freiberufler widerspiegeln.

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  • Armin Molla, Vorstand der mailo Versicherung AG: Patric Fouad

Colliers International: Blitzumfrage zu den Auswirkungen des Corona-Virus auf die Logistik-Branche

Die weltweiten Entwicklungen durch den Ausbruch des Corona-Virus stehen derzeit im Fokus bei den Akteuren der Logistikbranche. Das Immobilienberatungsunternehmen Colliers International befragt deswegen derzeit in einer Blitz-Umfrage die Marktakteure*, im Hinblick auf deren Einschätzung.

Die vorläufigen Ergebnisse zeigen: Die Logistikimmobilienbranche zeigt sich aktuell (noch) relativ unbeeindruckt von den aktuellen Geschehnissen. 41 Prozent der Marktakteure meldeten, dass sie derzeit trotz des Trubels durch den Corona-Virus keine Einschränkungen in ihren Geschäftsaktivitäten verzeichnen. Gerade einmal 15 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Vorkehrungen getroffen haben, die über die vorsorglichen Maßnahmen wie Reiseeinschränkungen, Home Office und erhöhte Hygienemaßnahmen hinausgehen – darunter zählen auch die Umstrukturierung von Prozessen oder die Suche nach alternativen Zulieferern.

Nur 2 Prozent gaben an, Projekte vorerst komplett eingestellt zu haben, um den weiteren Verlauf zu beobachten. Dies betraf in erster Linie Unternehmen aus dem Handel und dem produzierenden Bereich. 15 Prozent der Unternehmen aus dem Bereich Transport / Logistik gaben an, spürbare Einschränkungen im Liefer- und Warenverkehr zu vermerken. 9 Prozent der Logistikunternehmen haben im Zuge der aktuellen Entwicklungen Prozesse umstrukturiert. Teilnehmer die angaben, dass sie derzeit keinerlei Einschränkungen verspüren, kamen überwiegend aus dem Bereich Projektentwicklung und Investment.

Die Mehrheit der Unternehmen setzt die vom Bund empfohlenen Maßnahmen um und hat in Folge dessen kaum Einschränkungen im Betriebsleben.

Peter Kunz FRICS, Head of Industrial & Logistics EMEA bei Colliers International: „Es scheint, dass die Marktakteure an das bestehende System glauben, unabhängig von globalen wirtschaftlichen Schwankungen und sich die Branche als relativ stabil und krisensicher beweist. Abzuwarten bleiben sicherlich die Entwicklungen in den nächsten Monaten und welchen Einfluss das Geschäftsklima der Logistikbranche in Deutschland auf die Stimmung der Marktteilnehmer haben wird.“

*überwiegend Transport-/ Logistikunternehmen, Handelsunternehmen, Hersteller, Projektentwickler, Investoren

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Fraport-Verkehrszahlen im Februar 2020: Passagierentwicklung in Frankfurt weiterhin rückläufig

Im Februar zählte der Flughafen Frankfurt rund 4,4 Millionen Passagiere, ein Minus von 4,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert über die ersten beiden Monate des Jahres lag der Rückgang bei minus 2,3 Prozent. Insbesondere gegen Monatsende wirkte sich die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) stark reduzierend auf die Nachfrage aus. So ging das Passagieraufkommen in der letzten Februarwoche (24.02. bis 01.03.) um 14,5 Prozent zurück. Diese negative Dynamik hat sich in der ersten Märzwoche sogar verstärkt. Weitere negative Effekte ergaben sich im Berichtsmonat Februar durch wetterbedingte Annullierungen aufgrund des Orkans „Sabine“.

Mit einem Minus von 10,8 Prozent im Berichtmonat zeigten sich die Rückgänge besonders deutlich im innerdeutschen Verkehr. Der Interkontinentalverkehr ging um 2,3 Prozent zurück. Hier konnten Zuwächse in den Verkehren mit Nordamerika und Nordafrika die massiven Einbrüche des Flugangebots in Richtung China und Asien insgesamt nicht ausgleichen. Positiv wirkte sich im Berichtsmonat der zusätzliche Schalttag aus, ohne den das Minus im Passagieraufkommen insgesamt sogar 7,2 Prozent betragen hätte.

Mit 35.857 Starts und Landungen verringerte sich die Zahl der Flugbewegungen um 2,7 Prozent. Auch die Summe der Höchststartgewichte war um 2,6 Prozent auf etwa 2,2 Millionen Tonnen rückläufig. Das Cargo-Aufkommen ging um 8,0 Prozent auf 148.500 Tonnen zurück. Die positiven Effekte durch den zusätzlichen Schalttag konnten die negativen Auswirkungen der weiteren Ausbreitung von SARS-CoV-2 bei Weitem nicht ausgleichen.

Die internationalen Konzern-Flughäfen zeigten im Berichtsmonat erneut ein gemischtes Bild, obwohl auch hier der Schalttag das Passagieraufkommen positiv beeinflusste. Im slowenischen Ljubljana ging das Fluggastaufkommen um 24,4 Prozent auf 79.776 Passagiere zurück. Hier sind weiterhin die Auswirkungen der Insolvenz von Adria Airways spürbar, deren Angebot bisher nicht vollständig aufgefangen werden konnte. Das Passagieraufkommen an den brasilianischen Airports in Fortaleza und Porto Alegre war um 0,7 Prozent rückläufig auf rund 1,2 Millionen Fluggäste. Der Flughafen im peruanischen Lima hingegen verbuchte einen Zuwachs von 10,1 Prozent auf knapp 2 Millionen Passagiere.

An den 14 griechischen Regionalflughäfen stieg das Passagieraufkommen leicht um 0,5 Prozent auf 591.393 Fluggäste. Die bulgarischen Twin Star-Airports Burgas und Varna legten um 22,9 Prozent auf 75.661 Passagiere zu.

Der Flughafen Antalya in der Türkei notierte einen Anstieg von 8,5 Prozent auf 831.071 Passagiere. Das Passagieraufkommen am Flughafen St. Petersburg in Russland stieg um 8,4 Prozent auf etwa 1,2 Millionen Fluggäste. Der Flughafen im chinesischen Xi’an verzeichnete aufgrund der erheblichen Auswirkungen durch die Ausbreitung von SARS-CoV-2 einen massiven Rückgang um 87,6 Prozent.

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  • Luftaufnahmen 2019: Fraport

FIABCI Deutschland zu den Auswirkungen von Covid-19: Panik nicht angebracht

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Nach Angaben von FIABCI Deutschland, dem Dachverband immobilienwirtschaftlicher Berufe, ist bei den Auswirkungen von Covid-19 auf die Branche Panik absolut nicht angebracht.

Michael Heming, Präsident FIABCI Deutschland: „Aktuell haben Weltuntergangspropheten und Verschwörungstheoretiker – verstärkt durch soziale Medien – Hochkonjunktur. Wir plädieren ganz nachdrücklich dafür, hier der Wissenschaft und medizinischen Forschung den Raum für eine fundierte Faktenlage zu lassen. Angst und Unkenntnis als Basis des Handels kann zu viel negativeren Folgen für die Weltwirtschaft führen, als der Ausbruch der Krankheit selbst.“

Zu einer durchaus positiven Folge nimmt Heming Stellung: „Durch den Ausbruch des Coronavirus in China wird erst jetzt vielen Konsumenten deutlich, dass das Land lange unsere günstige Werkbank war. Jetzt werden Warenströme und Lieferketten neu überdacht werden müssen, was zu einer verstärkten Verlagerung von Produktion nach Europa führen könnte.“

Nach Angaben von FIABCI werden die Auswirkungen von Covid-19 sicherlich eine Herausforderung für die Immobilienbranche darstellen. Besonders betroffen sei jetzt schon die Hotellerie.

„Die konjunkturelle Delle ist absehbar. Dennoch schauen wir – gerade in der Assetklassen Wohnen – positiv nach vorne. Hier wird sich die Nachfrage – anders als es im Bereich Büro sein könnte – nicht verändern. Gewohnt wird immer“, so Heming abschließend.

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Dr. Arnd Schröder leitet Marketing der Verti Versicherung AG

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Mit sofortiger Wirkung verantwortet Dr. Arnd Schröder (47) das B2C-Geschäft bei Deutschlands zweitgrößter Kfz-Direktversicherung, der Verti Versicherung AG. Interimistisch hatte der promovierte Medienwissenschaftler die Stelle bereits seit Juli 2019 inne.

“Ich freue mich, dass wir mit Dr. Arnd Schröder dauerhaft einen Experten für unser B2C-Geschäft gewinnen konnten, der unser Unternehmen bereits aus langjähriger Erfahrung kennt”, kommentiert CEO José Ramón Alegre die Personalie.

Dr. Arnd Schröder war bereits von 2006 bis 2011 bei Verti, damals Direct Line, tätig und kennt das Unternehmen gut. Weitere berufliche Stationen waren die MAGIX Software GmbH und die TopTarif Internet GmbH bevor er sich 2018 mit der eCommerce-Agentur Firsthand Digital selbstständig gemacht hat.

Dr. Arnd Schröder folgt auf Jan Jost (47), der sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen wird.

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  • Arnd Schörder: Arnd Schörder: Verti Versicherung AG

Rentabilität, Auslastung, Nutzerprofile: Workthere schafft mit neuer Benchmark mehr Transparenz auf dem Flexible Offices-Markt

Flexible Workspaces gewinnen weltweit mehr und mehr an Bedeutung. Neue Kunden wurden erschlossen, zahlreiche neue Anbieter strömten auf den Markt, verschwanden teilweise wieder oder konsolidierten. Aufgrund des generellen Wachstums und der Vielzahl an Konzepten wirkt der Markt häufig unübersichtlich. Mit seiner Benchmark-Analyse „Flexmark“ möchte Workthere, die unternehmenseigene Vermittlungsplattform für Flexible Workspaces von Savills, nun mehr Transparenz schaffen. Wie rentabel sind die Geschäftsmodelle? Wer arbeitet dort? Wie hoch ist die aktuelle Belegung?

79 % der weltweiten Flexible Workspaces erzielen Gewinne

Laut den Ergebnissen der internationalen Umfrage, an der die Anbieter von 64 Flexible Offices aus 10 verschiedenen Ländern teilnahmen, sind 79 % der Büros profitabel. Entscheidender Faktor: die Belegung der Flächen. So spricht vor allem eine höhere Flächenzuweisung an private Büros für eine höhere Rentabilität. „Obwohl der Coworking-Gedanke weithin eine besondere Rolle bei der Konzeption von Flexible Workspaces spielt, werden private Büros innerhalb des Segments immer bedeutender. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass für immer mehr große Unternehmen die flexiblen Büros von einer Alternative zur Normalität werden“, sagt Stephan Schörnig, Associate Director und Workthere Manager bei Savills. Momentan werden 65 % der Einnahmen durch die Nutzung von privaten Büros generiert – aus Coworking Spaces hingegen lediglich 16 %.

Private Büros erobern den Markt

Der Anteil der Nutzer von privaten Büros innerhalb Flexible Workspaces stieg im Vergleich zum Vorjahr von 76 % auf 81 % im Jahr 2019. Und auch die Auslastung der Coworking-Flächen stieg von 53 % auf 60 %. Insgesamt machen laut Flexmark-Umfrage private Büros rund 68 % der verfügbaren Arbeitsplätze aus, die restlichen 32 % entfallen auf gemeinsam genutzte Coworking-Bereiche. „Wir sehen momentan ein Ungleichgewicht zwischen der Rentabilität und der Raumaufteilung. Der durchschnittliche Flächenanteil, der an Privatbüros vergeben ist, liegt bei 53 %, macht aber 65 % der Einnahmen aus, wohingegen die 25 % Coworking-Flächen nur 16 % der Umsätze einbringen“, erklärt Jessica Alderson, Global Research Analyst bei Workthere. Es wird daher erwartet, dass einige der Coworking-Flächen zu Privatbüros umgewandelt werden. Dies sei nicht zuletzt auch auf eine steigende Nachfrage größerer Unternehmen nach flexiblen Büroflachen im Allgemeinen und nach privaten Büros im Speziellen zurückzuführen. „Wir rechnen damit, dass diese Nachfrage auch in den kommenden Jahren weiter ansteigt, da viele Unternehmen die Vorteile der besseren Zusammenarbeit und Flächeneffizienz erkannt haben“, so Alderson weiter.

Makler nehmen wichtige Vermittlungsrolle ein

Trotz der gesteigerten Aufmerksamkeit belegen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern momentan nur 13 % der Schreibtische in Flexible Workspaces. Kernzielgruppe sind weiterhin Startups mit 2 bis 20 Mitarbeitern, die laut Umfrage rund die Hälfte aller Plätze besetzen. Mit einem Blick auf die Nutzerprofile beträgt die durchschnittliche Nutzeranzahl je Mitgliedsunternehmen 15 Personen, die wiederum im Durchschnitt rund anderthalb Jahre im gleichen flexiblen Office bleiben – bei einer Zeitspanne von 5 Monaten bis 5 Jahren. Eine wichtige Rolle nehmen laut Workthere Makler ein. So werden 32 % der Arbeitsflächen durch deren Hilfe besetzt – insbesondere größere Flexible Workspaces sind hierbei stärker auf die Vermittlung angewiesen, um ihre Flächen ausreichend besetzen zu können. Bei der Vermietung spielt laut Umfrage unter den Anbietern die Standortwahl die entscheidendste Rolle, gefolgt von den Kosten und dem Service. Workthere hebt jedoch hervor, dass es keinen spürbaren Zusammenhang zwischen der Vielfältigkeit der Einnahmequellen und der Rentabilität der Flächen gibt – auch wenn einige Anbieter beispielsweise ihre Einnahmen durch die Integration eines Cafés oder der Untervermietung von Flächen zur Eventnutzung erweitern möchten.

 

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Coronavirus würgt Wirtschaftsmotor „Messe“ in Deutschland ab

Das Umsatzvolumen der Messeveranstalter in Deutschland liegt im Jahr bei rund vier Milliarden Euro. Als internationale Marktplätze sind Messen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in Deutschland – für Konzerne ebenso wie für den Mittelstand. Sie im großen Stil abzusagen oder zu verschieben trifft die Akteure mit aller Härte, warnt der Bundesverband Industrie Kommunikation e.V.

Deutschland zählt mit rund zehn Millionen Besuchern überregionaler Messen zu den wichtigsten Messeplätzen weltweit. Laut Messeverband wurden 178 überregionale Messen gezählt – darunter bekannte Großveranstaltungen wie die Hannover Messe und eine Vielzahl kleinerer, hochgradig spezialisierte Leitmessen. Dieses Jahr steht aufgrund der Corona-Krise unter einem schlechten Stern. Für die Investitionsgüterindustrie bedeuten Verschiebungen und Absagen, einen ihrer Hauptauftragswege zu verlieren. Für eine Vielzahl von Unternehmen im Bereich Messebau, Hotellerie und Gastronomie droht schwerer wirtschaftlicher Schaden.

1,6 Milliarden Euro Gesamtschaden befürchtet

Der BVIK – Industrie-Verband für Kommunikation und Marketing – warnt ausdrücklich vor den immensen, noch unabsehbaren, aber vielfach existenzbedrohenden Folgen der Absagen und Verschiebungen von Großveranstaltungen dieser Art. Die rund 220 Firmenmitglieder des Verbandes sind unmittelbar betroffen und stehen vor in Teilen schwer lösbaren Herausforderungen. Allein für den Bereich Messebau hat das Research Institute for Exhibition and Live-Communication (R.I.F.E.L.) den Schaden auf 670 Millionen Euro, den Gesamtschaden der Messewirtschaft sogar auf über 1,6 Milliarden Euro beziffert.

„Es ist zu befürchten, dass viele Anbieter die Krise nicht überleben und im großen Umfang Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen werden“, warnt Rainer Pfeil, Geschäftsführer, bluepool GmbH Messen & Events und Vorstand des BVIK. Messestände sind heutzutage hochtechnisierte, designorientierte, sehr komplexe Konstrukte, an welchen eine Vielzahl von Gewerken und High-Tech-Dienstleistern beteiligt sind. Knapp 40 Prozent des jährlichen Marketing-Budgets von Industrieunternehmen fließt über die letzten Jahre konstant in den Bereich Messe, wie die BVIK-Studie „B2B-Marketing-Budgets“ belegt. Online-Kanäle nehmen zu, aber der deutsche Mittelstand setzt nach wie vor aus Überzeugung auf den persönlichen Kontakt mit Kunden.

Digitale Lösungen können reale Messe nicht ersetzen

Aus Sicht der Industrie ist darüber hinaus zu bedenken, dass die Termine großer Leitmessen wichtige Meilensteine in Produktentwicklungszyklen von Industrieunternehmen darstellen. Die gesamte Kommunikation ist darauf ausgerichtet und muss nun wie im Falle der Hannover Messe mindestens für vier Monate kostenintensiv digital überbrückt werden. Aber ob virtuelle Messen denselben Erfolg erzielen werden wie reale Messen, bezweifeln viele Marketing-Verantwortliche im BVIK-Netzwerk. Anders als im Konsumgütergeschäft basiert die Industriekommunikation mit ihrer viel komplexeren Einkaufs- und Kundenstruktur vom vertrauensbildenden persönlichen Kontakt. Großveranstaltungen wie Messen abzusagen bedeutet daher nicht nur einen immensen Schaden im Marketing-Bereich, sondern auch im Vertrieb durch ausbleibende Aufträge des Messegeschäfts.

Digitalisierung im B2B-Marketing ist kostenintensiv

„Einerseits geht es jetzt um Schadensbegrenzung und andererseits zugleich darum, den Weg nach vorne zu gestalten. Das derzeitige Geschehen ist wahrscheinlich der letzte, entscheidende Ruck nach vorn für die Digitalisierung im B2B-Marketing. Digitale Kommunikations- und Vertriebswege zu installieren verursacht jedoch hohe Kosten – jetzt Marketing-Budgets zu kürzen, wäre daher die denkbar schlechteste Maßnahme“, erläutert Ramona Kaden, Geschäftsführerin und Vorstand des BVIK. Sie ist davon überzeugt, dass im Industriesektor der intelligente Mix aus direktem Mensch-zu-Mensch-Kontakt und High-Tech-Anwendungen wie Virtual und Augmented Reality oder auch Marketing-Automation-Lösungen den Erfolg in Zukunft sichert.

Unternehmen – egal ob Industrieunternehmen, Agenturen, Messebauer oder auch ein Blumenladen, der sein ganzes Frühjahrsgeschäft darauf ausgerichtet hatte, die Hannover Messe mit Blumendekoration auszustatten – alle werden am Ende die Zeche bezahlen. Die Mehrkosten auf der einen Seite und die sicher zu erwartenden Umsatzeinbußen durch entgangene Messeaufträge auf der anderen Seite werden keinesfalls spurlos an der mittelständischen Industrie und dem deutschen Arbeitsmarkt vorübergehen.

„Der BVIK steht an der Seite seiner Mitglieder und fördert die Kommunikation zwischen allen Parteien. Eine ganze Branche ist in Gefahr und die Erwartungshaltung an die Politik und unsere Regierung ist ein schnelles Soforthilfeprogramm für alle Beteiligten“, fordert Ramona Kaden.

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  • Tag der Industriekommunikation 2017: Thomas R. Schumann

Ronald Hanisch: „Frauen müssen nicht weniger verdienen“

Frauen verdienen im Durchschnitt noch immer deutlich weniger als Männer: Statistisch gesehen beträgt der Gehaltsunterschied 21 Prozent. Umgerechnet in Zeit, bedeutet diese Gehaltslücke, dass Frauen 77 Tage eines Jahres „umsonst“ arbeiten, wenn sie sich mit ihren männlichen Kollegen vergleichen. Symbolisch markiert der „Equal Pay Day“ den Tag, ab dem Frauen für ihre Arbeit bezahlt werden. Der „Equal Pay Day“ fällt dieses Jahr wegen des Schaltjahres auf den 17. März.

„Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern ist eine der großen Ungerechtigkeiten der Wirtschaft. Allerdings reicht es nicht, das zu beklagen. Der 17. März ist zwar ein mahnendes Datum, die Aktionen an diesem Tag geben aber leider nur sehr wenig Auskunft darüber, worin der Gehaltsunterschied begründet liegt“, verdeutlicht der aus Kärnten stammende Führungsexperte und Bestseller-Autor Ronald Hanisch. Hanisch leitet als Projekt-Manager für internationale Konzerne Projekt-Teams und hat in dieser Funktion an hunderten Bewerbungsverfahren teilgenommen. Sein Fazit: „Frauen müssen nicht weniger verdienen als Männer. Frauen sollten lernen, mehr zu fordern, mutiger aufzutreten und ihre weiblichen Kompetenzen stärker in den Fokus zu rücken.“ In einer Interviewreihe und mehreren Fachartikeln arbeitet Ronald Hanisch, der durch sein Buch „Das Ende des Projektmanagements“ auch als „Projekt-Doctor“ bekannt ist, das Thema auf. Vier wesentliche Ursachen nennt der Experte für den statistischen Gehaltsunterschied: „Wenn Männer eine Stellenanzeige lesen, bewerben sie sich auch dann, wenn sie nur 60 Prozent der genannten Voraussetzungen erfüllen, Frauen bewerben sich erst mit deutlich mehr als 90 Prozent Übereinstimmung“, so der Leadership-Profi. Frauen müssten forscher werden und dürften ihr Licht nicht unter den Scheffel stellen. Hinzu kommt, dass vorwiegend weibliche Eigenschaften wie Kommunikationsfähigkeit, Integrationsfähigkeit, Vielseitigkeit und Belastbarkeit in verschiedenen Rollen häufig gar nicht in den Stellenanzeigen genannt würden. Diese seien aber gerade in komplexen Projekt- und Teamstrukturen sehr wichtig. „Das führt zu weniger weiblichen Bewerbern und dazu, dass weniger Frauen die Gelegenheit bekommen, ihre Vorzüge im Bewerbungsverfahren zu präsentieren“, bemängelt Hanisch. Hier seien auch die Unternehmen gefragt, Stellenanzeigen und Anforderungsprofile offener zu formulieren. „Mehr Weiblichkeit tut Unternehmen gut. Das ist im Interesse aller: der Bewerberinnen, der Unternehmen und der Gesellschaft“, ist sich Hanisch sicher.

Als weitere Ursachen für die Gehaltsunterschiede nennt Hanisch, dass weibliche Bewerber im Rahmen von Gehaltsverhandlungen einfach weniger forderten. „Wenn eine Stelle mit 125.000 Euro Jahresgehalt dotiert und kalkuliert ist, fordert der Mann 140.000 Euro und die Frau 90.000 Euro. Im Rahmen der Verhandlung landet dann der Mann bei 130.000 Euro, die Frau bei den geforderten 90.000 Euro“, berichtet Hanisch aus seiner Praxis. „Welches Unternehmen zahlt schon freiwillig mehr, wenn es nicht gefordert wird. Auch hier ist Mut und Selbstbewusstsein gefragt“, macht der Leadership-Profi deutlich.

„Eines aber sollten Frauen nicht versuchen: so zu sein und aufzutreten wie Männer.“ Das werde weder gewünscht noch honoriert. Im Gegenteil. Viele Unternehmen suchten weibliche Bewerber und Führungskräfte gerade wegen ihrer besonderen weiblichen Kompetenzen. Weitere Informationen zum „Equal Pay Day“, zu Gehaltsunterschieden zwischen Frauen und Männern sowie ausführliche Interviews und Stellungnahmen gibt es unter https://ronaldhanisch.com/frauen-in-fuehrungspositionen-vortrag-anfragen.

Weitere Informationen über den „Projekt-Doctor“ Ronald Hanisch, Ausschnitte aus seinen Keynotes, Impulse rund um die Themen Führung und Projektmanagement sowie jede Menge Hintergründe gibt es unter www.ronaldhanisch.com.

 

Effizienzsteigerung durch Outsourcing

Gerade im Mittelstand lagern immer mehr Unternehmen bestimmte Prozesse aus, um sich verstärkt auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren zu können. Damit lässt sich die Effizienz erhöhen und letztendlich der Geschäftserfolg steigern. Was im Bereich der IT und Telekommunikation schon recht verbreitet ist, findet zunehmend auch in den Bereichen Buchhaltung, Controlling und Accounting statt. Insbesondere Steuerberatungskanzleien bieten ihren Mandanten schon länger qualifizierte Dienstleistungen für Teilbereiche, etwa die Finanzbuchhaltung, die Lohnabrechnungen und das Berichtswesen an. Inzwischen übernehmen die Wirtschaftsberatungs- und Steuerberatungsgesellschaften aber auch ganze Geschäftsprozesse wie das Personalwesen, den Zahlungsverkehr, das Kreditoren- und Debitorenmanagement, das Mahnwesen bis hin zum kompletten kaufmännischen Fachbereich.

Komplexität nimmt zu und Fachkräfte sind rar

„Wir verzeichnen in letzter Zeit eine starke Nachfrage nach solchen Komplettlösungen“, erklärt der Rechtsanwalt und Steuerberater Carsten Ruder von der Münchner Kanzlei HLB Linn Goppold. Neben dem Wunsch, interne Prozesse zu verschlanken und Kosten zu optimieren, sei oft auch die wachsende Komplexität der steuerrechtlichen Themen ein Grund für die Auslagerung an einen spezialisierten Dienstleister. So sei es für einen Buchhalter eine echte Herausforderung, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben und alle Themenfelder bis ins Detail zu kennen. „Ohne regelmäßige Fortbildungen geht da gar nichts“, so Carsten Ruder. Nicht zuletzt mache sich auch immer mehr der Fachkräftemangel bemerkbar und qualifizierte Mitarbeiter für Controlling- und Accountingaufgaben seien nicht nur rar, sondern auch teuer.

Datenaustausch ohne Medienbrüche

„Viele unserer Mandanten sind zwar von den Vorteilen des Outsourcings überzeugt, fremdeln aber damit die Kontrolle über ihre Rechnungsprozesse in fremde Hände zu legen und Dritten Zugang zu sensiblen Daten wie Kunden- und Projektinformationen oder Geschäftsgeheimnissen zu gewähren“, weiß Carsten Ruder. „Ich kann diese Bedenken durchaus nachvollziehen. Deshalb rate ich dazu, bei der Wahl des Dienstleisters einige wichtige Dinge zu berücksichtigen.“ So sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass die elektronischen Schnittstellen so eingerichtet sind, dass ein medienbruchfreier Datenaustausch möglich ist. Sichergestellt sei das, wenn das Steuerberatungsunternehmen das Label „Digitale Kanzlei“ tragen darf, das von Datev attestiert wird. Das schließt auch ein, dass stets aktuelle Software im Einsatz ist, mit einem komplett digitalen Dokumentenmanagementsystem gearbeitet wird und gesicherte Zugänge zur Mandanten-Cloud bestehen.

Zertifizierung sorgt für Sicherheit

„Ein weiterer wichtiger Sicherheitsaspekt stellt das interne Kontrollsystem des Dienstleisters dar“, stellt Carsten Ruder fest. „Und hier sollte man sich weniger auf Lippenbekenntnisse, als vielmehr auf zertifizierte internationale Branchenstandards verlassen.“ So bescheinige die Zertifizierung nach IDW PS 951 Typ 2 / ISAE 3402 Type 2, dass das interne Kontrollsystem bei der Erbringung von Dienstleistungen in den Bereichen der Finanzbuchhaltung inklusive des IT Sourcings, der Lohnbuchhaltung sowie der Erstellung von Jahresabschlüssen nebst Steuererklärungen nicht nur eingerichtet und angemessen, sondern auch wirksam ist. Schließlich gehe es für auslagernde Unternehmen ja nicht zuletzt auch darum, der Verantwortung für die Ordnungsmäßigkeit und Sicherheit der ausgelagerten Funktionen und Geschäftsprozesse gerecht zu werden. „Deshalb halten wir in unserer Kanzlei diese Standards immer aktuell und wurden erst im Januar 2020 wieder frisch zertifiziert und als „Digitale Kanzlei 2020“ gelabelt. “Und neben dem Sicherheitsaspekt bietet ein zertifiziertes internes Kontrollsystem des Dienstleisters sogar noch einen weiteren positiven Aspekt: Bei prüfungspflichtigen Unternehmen muss ein externer Abschlussprüfer auch die ausgelagerten Fachbereiche und internen Kontrollsysteme prüfen und testieren. Diese Prüfung entfällt, was eine entsprechende Kostenund Zeitersparnis mit sich bringt. Rechte und Pflichten festlegen Über die fachliche Spezialisierung und Erfahrung mit Outsourcing-Dienstleistungen hinaus, dem Label „Digitale Kanzlei“ von Datev und der Zertifizierung des internen Kontrollsystems, sollte bei der Beauftragung des externen Dienstleisters unbedingt auch auf die Vertragsgestaltung geachtet werden. Um spätere Streitigkeiten zu vermeiden, wird dazu geraten, die vereinbarten Leistungen so festgelegt werden, dass sie genau den Bedarf des Unternehmens decken. Dabei ist es sinnvoll, in einem Rahmenvertrag zunächst standardisierte Rechte und Pflichten zu regeln und die spezifizierten Einzelleistungen sowie die Standards der Leistungserbringung separat festzulegen. Entsprechend den jeweiligen technischen, rechtlichen und betriebswirtschaftlichen Anforderungen des Unternehmens, ist es ratsam, Gegenstand und Umfang der Leistung präzise beschrieben werden. Auch Kontrollrechte des Unternehmens, der Einsatz von Subunternehmern, künftige Anpassungen an neue Anforderungen, Kündigungsrechte und geeignete Mess- und Prüfverfahren zur Leistungskontrolle gehören in einen ausführlich gestalteten Dienstleistungsvertrag.

Was Unternehmer beim Outsourcing beachten sollten:

• Auf fachliche Spezialisierung und Erfahrung mit Outsourcing-Dienstleistungen achten.
• Auf das Label „Digitale Kanzlei“ von Datev achten.
• Auf die Zertifizierung des internen Kontrollsystems achten.
• Gegenstand und Umfang der zu erbringenden Leistungen klar definieren.
• Nutzungsrechte und Schutz des geistigen Eigentums regeln.
• Umfassende Prüfungs- und Kontrollrechte für das Unternehmen einräumen.
• Bei Einsatz von Subunternehmern ein Mitspracherecht für den Auftraggeber festlegen.
• Das Umsetzen neuer Anforderungen, insbesondere bei neuen gesetzlichen
Bestimmungen, ermöglichen.
• Kündigungs- und Sonderkündigungsrechte regeln!
• Regelmäßige Berichterstattung des externen Dienstleisters an den Auftraggeber
festschreiben.

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