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Einkauf OHNE Kasse: Ein Scan erfasst alle Waren im Einkaufskorb

DXC Technology (NYSE: DXC) und HARTING werden auf der EuroShop 2020, der weltweit größten Einzelhandelsmesse, die vom 16. bis 20. Februar in Düsseldorf stattfindet, ein innovatives, RFID-basiertes Konzept für einen Self-Checkout-Counter vorstellen.
Die von DXC, HARTING und Murata entwickelte RFID-Selbstbedienungskasse ermöglicht das Scannen eines kompletten Warenkorbs mit einem einzigen Scan und sorgt so für ein schnelles und nahtloses Einkaufserlebnis im Geschäft. Das Konzept zielt darauf ab, lange Wartezeiten an der Ladenkasse während des Einkaufs zu beenden, ein Erlebnis, mit dem die Verbraucher seit dem Aufkommen der großen Einzelhandelsgeschäfte leben müssen.+

Ein Scan erfasst alle Waren im Einkaufskorb

Die RFID-Theke vereinfacht das Scannen von Produkten und verkürzt die Zeit, die Verbraucher an der Selbstzahlerkasse zubringen. Wenn ein Kunde seine Einkaufstasche oder seinen Korb auf die Theke legt, werden alle Produkte auf einmal gescannt. Anschließend zeigt der Kassenmonitor eine Liste der Waren samt Endabrechnung an. Für Kunden, die Einkaufswagen benutzen, könnten Einzelhandelsgeschäfte Drive-Through-Gates verwenden, die das sofortige Scannen aller Produkte übernehmen. Durch diese verbesserte Selbstbedienungskasse muss der Kunde nicht mehr jedes Produkt einzeln auf ein Band legen. Das ist heute meist noch ein zeitaufwändiger Prozess, der manchmal mehrere Versuche erfordert, bevor der Code eines Produkts gelesen wird.

Bezahlen mit der APP

An der RFID-Theke können Kunden entweder mit Karte oder über eine App bezahlen. Darüber hinaus lässt sich die Theke zusätzlich mit einer Option für Barzahlung ausstatten. Um die App zu verwenden verbindet sich der Kunde mit dem Kassenschalter über die App des Einzelhändlers. Der QR-Code der Kasse wird gescannt und die Zahlung über die App bestätigt. Der gesamte Zahlvorhang an der Kasse dauert damit weniger als 30 Sekunden.
Abgesehen von Lebensmittelmärkten und -läden kann diese Technologie zur Verbesserung des Kundenerlebnisses für eine Vielzahl von Einzelhändlern eingesetzt werden ? beispielsweise für Modegeschäfte oder Baumärkte.

RFID-Technologie im Einsatz

Die RFID-Technologie hat sich im Laufe der Jahre erheblich weiterentwickelt. Herausforderungen, wie teure Etiketten oder schwer lesbare Produkte, die Metalle oder Flüssigkeiten enthalten, wurden gelöst. Eine umfassende RFID-Strategie bietet einen Mehrwert an zahlreichen Punkten im Produktlebenszyklus. Dazu zählen die Produktion für die Eigenmarken des Einzelhändlers, die Lieferkette, der Compliance-Prozess und der Ladenbetrieb. Die Kosten für die Etiketten fallen deutlich, wenn die Technologie in großem Maßstab eingesetzt wird. Für das Ladengeschäft lässt sich RFID für verschiedene Zwecke einsetzen, beispielsweise für die Inventur, dynamische Preisgestaltung, intelligente Regalbedienung, digitale Regalassistenten und Diebstahlschutz. Der Einsatz von RFID hilft den Einzelhändlern zudem dabei, die Kunden und deren Verhalten besser zu verstehen.
Das von DXC Technology, HARTING und Murata entwickelte Konzept basiert auf einer RFID-Middleware-Schicht. Die Scanner-Station, die Bezahlvorgänge, die mobile Anwendung und die Back-End-Systeme des Einzelhändlers (beispielsweise ERP- oder Warenwirtschaftssystem) sind über sichere APIs mit dieser Schicht verbunden. Außerdem wird von jedem Produkt ein digitaler Zwilling verwaltet.
Um das kassenlose Einzelhandelskonzept von DXC, HARTING und Murata zu sehen und die Lösung zu testen, besuchen Sie den HARTING-Stand (Halle 13, D62) und den Microsoft-Stand (Halle 6, G24) während der EuroShop2020 in Düsseldorf.

Miele steigert seinen Umsatz um 3,2 Prozent

Im zweiten Halbjahr 2019 hat die Miele Gruppe 2,24 Mrd. Euro Umsatz erzielt – 3,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. „Dies zeigt einmal mehr, dass wir mit unseren Produkten und Services richtig aufgestellt sind, um auch bei herausfordernden Marktbedingungen und intensivem Wettbewerb Umsatz und Marktanteile hinzuzugewinnen“, so die Geschäftsleitung des weltweit führenden Anbieters von Premium-Hausgeräten. Im laufenden Jahr solle der Wachstumskurs weiter gefestigt werden – etwa durch die Kücheneinbaugeräte der neuen Generation 7000, die mit einer Reihe exklusiver Innovationen im Markt Maßstäbe setzt. Am 31. Dezember 2019 waren für Miele weltweit 20.478 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig – und damit so viele wie nie zuvor.

Die Veröffentlichung von Halbjahreszahlen folgt dem Umstand, dass die Miele Gruppe ihr Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr umgestellt hat (statt 1. Juli bis 30. Juni). Demzufolge war ein sogenanntes Rumpfgeschäftsjahr zu bilden. Zur positiven Entwicklung in diesem Berichtszeitraum haben insbesondere große europäische Märkte wie Österreich, die Schweiz, die Niederlande und Italien beigetragen – nach einer längeren Brexit-bedingten Durststrecke aber auch Großbritannien. Im besonders umkämpften deutschen Markt hat Miele 2,7 Prozent Umsatzwachstum erreicht. Demgegenüber leidet das Geschäft in Hongkong durch die politischen Unruhen. In China dämpfen staatliche Eingriffe den Immobilienmarkt – und damit auch das Geschäft mit hochwertiger Küchenausstattung.

Von den Produktgruppen haben vor allem die Waschmaschinen und Trockner sowie die Staubsauger zum Umsatzwachstum beigetragen. In der Wäschepflege sorgen zahlreiche Detailverbesserungen für noch mehr Komfort: Zum Beispiel werden noch kürzere Programmlaufzeiten möglich und ebenso beliebiges Nachlegen vergessener Wäsche oder auch energieeffizientes Waschen von Einzelstücken. Im Boomsegment der kabellosen Handstaubsauger ist der Triflex HX1 sehr erfolgreich in den Markt gestartet. Über alle Produktgruppen hinweg haben die Aktionsmodelle zum 120-jährigen Bestehen („Series 120“) für deutliche Impulse gesorgt. Mit den Einbaugeräten der neuen Generation 7000 bekräftigt Miele seine führende Rolle bei Innovation, Design und stilvollem Genuss in der Küche. Mit weltweit 3.000 Modellvarianten in 15 Produktgruppen, die nun in fast allen Ländern sehr vielversprechend anlaufen, ist dies die größte Produkteinführung in der Geschichte des Unternehmens.

Überproportional gewachsen ist im Berichtszeitraum der Geschäftsbereich Professional, mit Geräten und Services für Gewerbebetriebe, medizinische Einrichtungen und Labore und der italienischen Medizintechniktochter Steelco. Über Steelco wird das aufstrebende Klinikprojektgeschäft der Miele Gruppe gesteuert. Ein weiterer Wachstumstreiber sind hier die kompakten Profi-Waschmaschinen und Trockner für Kleingewerbe („Kleine Riesen“), die seit vergangenem Jahr mit grundlegend neuen Baureihen auf dem Markt sind. Insgesamt ist der Professional-Umsatz um mehr als vier Prozent gestiegen.

Neue Impulse für Wachstum und Innovation

Um weitere Potenziale für nachhaltiges Wachstum zu erschließen, stellt sich Miele, wie im Oktober berichtet, organisatorisch neu auf – zum Beispiel mit acht eigenständig agierenden Business Units, einem neuen Zuschnitt der Vertriebsregionen sowie einem eigenen Standort für die digitale Vermarktung, der gerade in Amsterdam aufgebaut wird („Digital Hub“). Planmäßig gestartet ist das neue Werk für Waschmaschinen, das Miele im polnischen Ksawerów errichtet hat. Die Miele Venture Capital GmbH, in der die Beteiligungen an vielversprechenden Start-up-Unternehmen gebündelt sind, hat seine Aktivitäten weiter ausgebaut.

So sind allein im Berichtszeitraum zwei neue 100-Prozent-Töchter hinzugekommen: Mit der Übernahme des Geschäftsbetriebs der Agrilution GmbH steigt Miele in das Zukunftsfeld des „Vertical Farming“ ein – mit digital vernetzten „Plantcubes“ in elegantem Design für zuhause. Bei minimalem Aufwand gewährleisten diese perfekte Wachstumsbedingungen etwa für Salate und Kräuter. Demgegenüber bietet die Miele Operations & Payment Solutions GmbH eine einzigartige, App-basierte Lösung für Ausstattung, Organisation, Service und Abrechnung von gemeinschaftlich genutzten Waschkellern („appWash“). Auch der komplette Betrieb als solcher kann übernommen werden. Zielgruppen sind zum Beispiel Studentenwohnheime, Mehrfamilienhäuser, Campingplätze und Waschsalons. Mit diesen und weiteren Aktivitäten folgt Miele dem strategischen Ziel, sein Portfolio durch innovative Produkte und digitale Services, die das Stammgeschäft sinnvoll ergänzen, stetig zu erweitern.

Zum Stichtag 31. Dezember beschäftigte die Miele Gruppe weltweit 20.478 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das sind 163 oder 0,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland sind 11.061 Beschäftigte tätig, was einem Rückgang um 209 Personen entspricht.

Weltweiter Einzelhandel: Stabilität in bewegten Zeiten

Zoll- und Handelskonflikte, Brexit und fragile Weltkonjunktur – der Einzelhandel ist inzwischen zahlreichen Herausforderungen ausgesetzt. Und dennoch: Die Ergebnisse des Deloitte Global Powers of Retailing Report 2020 zeigen ein stabiles Wachstum. Die Top 250 der globalen Einzelhändler erzielten im Vorjahr insgesamt 4,74 Billionen US-Dollar Umsatz, was im Durchschnitt rund 19 Milliarden US-Dollar pro Unternehmen bedeutet. Das sind 2,8 Prozent mehr als im Report 2019. Das um Währungskursveränderungen bereinigte Umsatzwachstum des Einzelhandels fiel mit 4,1 Prozent aber insgesamt geringer aus als im Vorjahr (5,7 Prozent).

Die größten Einzelhändler weltweit

Das Ranking der Top 250 wird weiterhin von den US-Anbietern Wal-Mart und Costco angeführt. Die Schwarz Group konnte sich als höchstplatzierter deutscher Händler um einen Platz auf Rang vier verbessern. Aldi steht unverändert an achter Position. Somit überholte die Schwarz Group genau wie Amazon den Vorjahresvierten Kroger, der um zwei Plätze abrutschte. Schwarz wuchs im Geschäftsjahr 2018 um 7,6 Prozent und erschloss – wie auch Aldi mit 3,2 Prozent Wachstum – wichtige neue Märkte. Am stärksten zugelegt hat beim Ertragswachstum mit 18,2 Prozent jedoch erneut Amazon. Das Umsatzwachstum der Top Ten in Summe lag bei 6,3 Prozent.

„Wie bereits im Vorjahr hat Amazon ein überdurchschnittliches Umsatzwachstum gezeigt. Auch Walgreens und die britische Tesco sind zweistellig gewachsen, während die deutschen Unternehmen hier im oberen bzw. unteren Mittelfeld liegen. Der Blick auf die Top 250 zeigt eine auffallende Stabilität, auch wenn das Durchschnittswachstum mit 4,1 Prozent niedriger war als im Vorjahr“, erklärt Karsten Hollasch, Partner und Leiter Consumer Business bei Deloitte.

Top Ten – Schwarz und Aldi setzen auf neue Märkte

Der Erfolg der Schwarz Group resultiert aus mehreren Faktoren: Dazu gehören die konsequente Modernisierung der Filialen von Lidl & Co., aber auch die Kombination von gezieltem Ausbau der Präsenz in existierenden Märkten sowie die Erschließung von neuen wie Serbien, Estland und Lettland – und nicht zuletzt die Übernahme von 27 Best-Market-Filialen in den USA. Aldi hat vor allem die Erweiterung seines Sortiments um zusätzliche Marken vorangetrieben und zudem zahlreiche neue Filialen eröffnet. Ein wichtiger Schritt war der Gang nach China, wo in den Metropolen inzwischen mehrere Aldi-Supermärkte und Flagship Stores existieren.

Top 250 – stabil trotz niedrigeren Wachstums

In den Top 250 der weltweit größten Retailer finden sich – neben Schwarz und Aldi – insgesamt 17 weitere deutsche Anbieter: Edeka (16), Rewe (20), Metro (34), Ceconomy (38), Otto (85), Rossmann (95), dm (98), Tengelmann (119), Adidas (136), Globus (139), Bauhaus (161), Zalando (166), Deichmann (176), Hornbach (214), Müller (222), McKesson (232) und Norma (240). Im Vergleich zum Vorjahr zeigt sich ebenfalls eine bemerkenswerte Stabilität – beim jährlichen Ertragswachstum genauso wie bei der Nettogewinnmarge und auch der Internationalisierung. Jedoch fiel die währungsbereinigte Wachstumsrate etwas niedriger aus als zuvor und mehr Unternehmen vermeldeten nachlassende Abverkäufe. Immerhin agierten von jenen 187 Unternehmen, die ihre Ergebnisse veröffentlichten, ganze 162 profitabel – auch hier waren es im Geschäftsjahr 2017 noch etwas mehr (86,6% im Jahr 2018 vs. 91,8% im Jahr 2017). Die Margen sind von 2017 auf 2018 um 0,7 Prozentpunkte auf 3 Prozent gestiegen.

Fastest 50 – Profit durch Kundenbindung

Traditionell identifiziert der Report auch die 50 am schnellsten wachsenden Retail-Unternehmen. Mit Zalando (8) und Adidas (40) finden sich hier auch zwei deutsche Player. Insgesamt 36 derjenigen Fastest-50-Händler, die ihre Ergebnisse veröffentlichen, waren im Geschäftsjahr 2018 profitabel – mit einer Nettoprofitmarge, die sich mit 2,9 Prozent kaum von jener der Top 250 abhebt.

„Zentrale Wachstumstreiber – das zeigen vor allem die Fastest 50 – sind insbesondere der E-Commerce und die Fähigkeit, sich eine solide und loyale Kundenbasis zu schaffen. Es zeigt sich, dass gerade das Kundenerlebnis, das weit über Auswahl und Preis hinausgeht, entscheidend sein kann. Eine kongruente Multi-Channel-Strategie und der Einsatz digitaler Instrumente zum Aufbau einer ganzheitlichen Markenwelt einschließlich innovativer Services sorgen dabei nicht nur für Wachstum in einzelnen Unternehmen, sondern beeinflussen die gesamte Branche“, ergänzt Hollasch.

Fraport-Verkehrszahlen im Januar 2020: Rückläufige Passagierentwicklung in Frankfurt zu Jahresbeginn

Im Januar zählte der Flughafen Frankfurt etwa 4,6 Millionen Passagiere, ein Minus von 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Rückgang basiert vor allem auf einer schwachen Entwicklung im Deutschland- und Europaverkehr, die mit einer spürbaren Angebotskonsolidierung der Airlines einhergeht. Gegen Monatsende wirkten sich zudem die Flugstreichungen im China-Verkehr aufgrund des Coronavirus negativ auf das Fluggastaufkommen aus. Die Zahl der Flugbewegungen ging mit 36.391 Starts und Landungen um 3,4 Prozent zurück. Auch die Summe der Höchststartgewichte verringerte sich um 2,1 Prozent auf etwa 2,3 Millionen Tonnen. Das Cargo-Aufkommen war insbesondere aufgrund des im Vergleich zum Vorjahresmonat früher gelegenen chinesischen Neujahrsfestes und der ersten Auswirkungen des Coronavirus um 8,6 Prozent auf 149.217 Tonnen rückläufig.

Die Flughäfen des internationalen Portfolios entwickelten sich im Berichtsmonat unterschiedlich. Das Passagieraufkommen im slowenischen Ljubljana ging um 27,1 Prozent auf 75.495 Fluggäste zurück. Hier wirkt sich weiterhin die Insolvenz von Adria Airways aus, deren Flugangebot bisher nicht vollständig aufgefangen wurde. Die brasilianischen Airports in Fortaleza und Porto Alegre verzeichneten einen Rückgang von 1,6 Prozent auf zusammen rund 1,5 Millionen Passagiere. Das Fluggastaufkommen am Flughafen im peruanischen Lima hingegen stieg um 6,3 Prozent auf etwa 2 Millionen Fluggäste.

Die 14 griechischen Regionalflughäfen verbuchten einen leichten Zuwachs um 1,4 Prozent auf insgesamt 626.299 Passagiere. Mit einem Plus von 22,8 Prozent wuchs das Passagieraufkommen an den bulgarischen Twin Star-Airports Burgas und Varna auf 83.434 Fluggäste. Das Aufkommen am Flughafen Antalya in der Türkei stieg um 5,7 Prozent auf 927.420 Passagiere. Der Flughafen im russischen St. Petersburg notierte einen Anstieg von 8,0 Prozent auf gut 1,3 Millionen Fluggäste. Das Fluggastaufkommen am Airport Xi’an in China war mit etwa 3,5 Millionen Passagieren um 6,5 Prozent rückläufig.

BirdieMatch Gehaltsreport 2020: Anforderungen in der Logistik steigen – Gehälter nicht

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Bei den Gehältern von Fach- und Führungskräften in der Logistik liegen Wunsch und Wirklichkeit weit auseinander. Trotz wachsender Job-Anforderungen, die mit dem digitalen Wandel in Deutschlands drittgrößter Branche verbunden sind, bleiben die Gehaltsangebote der Arbeitgeber im Durchschnitt deutlich hinter den Erwartungen wechselwilliger Talente zurück. Das ist ein Ergebnis des „Gehaltsreport 2020“ der Job-Matching-Plattform BirdieMatch.

„Obwohl die Logistik unter einem massiven Fachkräftemangel leidet, verbessern sich die Verdienstchancen in vielen Berufen nicht wesentlich“, sagt BirdieMatch Geschäftsführer Bernd Vögele. „Bis auf wenige Leitungsfunktionen, die heute besser bezahlt werden, beobachten wir nach wie vor eine große Diskrepanz zwischen Wunschgehalt und dem Gehaltsangebot der Arbeitgeber.“

Kaum Anreiz, den Arbeitgeber zu wechseln

Zum Beispiel im Vertrieb. Während sich Vertriebsleiter ohne Boni und Tantiemen im Mittel ein Jahresgehalt von 84.506 Euro wünschen, schreiben Unternehmen, die nach einem Kandidaten in diesem Bereich suchen, die Stelle im Durchschnitt mit 70.652 Euro aus. „Für den Vertriebsleiter, dessen Ist-Gehalt bei 74.969 Euro liegt, ist das kaum ein Anreiz, seinen Arbeitgeber zu wechseln“, kommentiert Vögele das Ergebnis. Dabei würden Vertriebler und auch Kundenberater gerade händeringend gesucht.

Niederlassungsleiter können mehr verdienen

Ähnlich sieht es bei dem Leiter Operations aus, der aktuell 69.434 Euro verdient, gern bei 76.116 Euro landen, aber bei einem Arbeitgeberwechsel tatsächlich nur 64.110 Euro einstreichen würde. Zufrieden dürfen hingegen Niederlassungsleiter sein: Zwischen Wunsch (84.775 Euro) und Wirklichkeit (84.464 Euro) liegen hier gerade einmal 311 Euro – bei einem Ist-Gehalt von 78.365 Euro genug Anreiz für einen Jobwechsel.

Gut bezahlt und gesucht werden in der Branche Fachkenntnisse. In einzelnen Berufsgruppen, beispielsweise in der Disposition, wird spezielles Know-how unterschiedlich bewertet: Wer Erfahrungen im Seeverkehr mitbringt, verdient 39.700 Euro und liegt damit noch vor den Kollegen aus dem Landverkehr (38.101 Euro) oder der Luftfracht (36.739 EUR).

Deutlich weniger liegen Wunsch und Wirklichkeit beim Gehalt im gewerblichen Bereich auseinander. Lkw-Fahrer würden gern 2.833 Euro im Monat verdienen; sie  erhalten derzeit im Schnitt 2.614 Euro. Etwas weiter geht es im Lager auseinander. Die Beschäftigten bekommen hier derzeit 2.380 Euro angeboten, würden aber gern mit 2.702 Euro nach Hause gehen.

Beste Job-Chancen in der Logistik haben Digital Natives, die zur Generation Y und Z (geboren ab 1980 gehören). „Die Nutzung digitaler Werkzeuge ist für Talente zwischen 30 und 39 Jahren selbstverständlich“, berichtet Vögele. „Und die Generation ist wechselwillig.“ Knapp 60 Prozent der rund 25.000 Talente, die auf BirdieMatch aktuell registriert sind, gehören dieser Altersgruppe an.

Herzenswünsche werden erfüllt

Erkannt haben die Branchenunternehmen mittlerweile die Bedeutung von Zusatzleistungen, mit denen sie ihre Attraktivität als Arbeitgeber fördern und auf die Herzenswünsche („Heart Skills“) potenzieller Kandidaten eingehen können. Hier übertreffen die Firmen sogar die Wünsche der Stellensuchenden. So bieten 43,6 Prozent der Unternehmen Fort- und Weiterbildungsangebote an; diese sind lediglich von 16,2 Prozent der Talente gewünscht. Flexiblen Arbeitszeiten bieten 33,3 Prozent der Logistiker; sie sind für 21,3 Prozent der Jobwechsler wichtig. Der „Bestseller“ Firmenwagen wird – meistens für Führungskräfte – von 15,8 Prozent der Unternehmen bereitgestellt und auch von 13,5 Prozent der Kandidaten gern gesehen.

Bio und fair ein gutes Team TransFair e.V. auf der Biofach in Nürnberg

57 Prozent der Fairtrade-Lebensmittel in Deutschland sind Bio-zertifiziert
Fairtrade auf der Biofach: Halle 7, Stand 7-740

Das gute Gewissen rückt beim Lebensmittelkauf immer stärker in den Fokus von Verbrauchern – das beweisen die seit Jahren steigenden Bio-Umsätze. Auch faire Lebensmittel werden immer stärker nachgefragt: 2018 stieg der Umsatz mit fair gehandelten Produkten um 22 Prozent. „Wer Mensch und Natur schützen möchte, greift zu Produkten, die bio und fair sind“, sagte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. (Fairtrade Deutschland). Wie vielfältig die Produktauswahl ist, können Besucherinnen und Besucher vom 12. bis zum 15. Februar auf der Biofach entdecken. Neben Fairtrade-Partnern präsentieren sich dort Vertreter der drei Fairtrade-Produzentennetzwerke aus Afrika, Asien sowie Lateinamerika. Am Fairtrade-Stand 7-740 erklären sie, wie Fairtrade Kleinbauern bei der Umstellung auf eine ökologische Landwirtschaft unterstützt und welche vielfältigen Vorteile Bio-Anbau hat.

Bio und fair

Knapp 60 Prozent der Fairtrade-Lebensmittel tragen neben dem klassischen Fairtrade-Siegel auch ein Bio-Siegel. Bei Kaffee liegt der Bio-Anteil sogar bei 76 Prozent, bei Tee sind es 86 und bei Kaltgetränken wie Eistees oder Limonaden gar 93 Prozent. Allein im vergangenen Jahr gab es über 320 neue faire Bio-Artikel. Einer von ihnen ist der Biophar Honig, den es seit neuestem auch in fairer Bio-Qualität gibt.

Vorteile für Verbraucher und Produzenten

Neben gesundheitlichen Vorteilen für Mensch und Natur gibt es marktwirtschaftliche Gründe, die für eine faire und ökologische Landwirtschaft sprechen: „Die Bio-Zertifizierung hat uns einen Zugang zum Markt verschafft. Fairtrade wiederum hat uns geholfen, auf dem Markt zu bestehen. Wenn sich der Welthandel schlecht entwickelt und die Preise sinken, sichert der Fairtrade-Mindestpreis die Kosten einer nachhaltigen Produktion“ erklärte Muniraju K Shivanna von der indischen Fairtrade-Zuckerkooperative Sangha Niyamit.

Fairtrade häufig der erste Schritt auf dem Weg zum Bio-Anbau

Häufig ist Fairtrade der erste Schritt auf dem Weg zum Bio-Anbau. Da eine Bio-Zertifizierung während der Umstellung mit vielen Kosten und Ernteeinbußen verbunden ist, sichern der Fairtrade-Mindestpreis und die Prämie die Produzenten ab. So erhalten sie in der Zeit des Übergangs stabile Preise für ihre Produkte. Darüber hinaus decken die strengen Fairtrade-Standards bereits eine ganze Reihe der Bio-Kriterien ab. Eine Umstellung ist daher oft der logische nächste Schritt auf dem Weg zu einer noch nachhaltigeren Produktion.

Trotz dieser vielen Vorteile ist ein ökologischer Anbau nicht für alle Kleinbauern möglich. „Teilweise verhindern Bodenqualität und Klima eine Umstellung. In vielen Regionen bedeutet eine faire konventionelle Landwirtschaft bereits einen großen Schritt zu mehr Nachhaltigkeit für Mensch und Natur“, betonte Dieter Overath. Fairtrade versteht sich als entwicklungspolitischer Ansatz und damit als offenes System. Eine Beschränkung auf Bio-Landwirtschaft würde zudem viele Menschen vom Markt ausschließen.

Brexit: Keine Änderungen für Onlinehändler bis Ende des Jahres

Bis Ende des Jahres 2020 müssen sich Onlinehändler nicht auf steuerrechtliche Änderungen einrichten, soweit sie Verkäufe nach Großbritannien durchführen. Das unterzeichnete Abkommen mit der Übergangsfrist bis 31.12.2020 führt dazu, dass das Vereinigte Königreich bis auf weiteres steuerlich wie ein EU-Staat behandelt wird. Auch die Verkaufsplattform eBay weist seine Verkäufer aktuell auf diesen Umstand hin.
In einer E-Mail und in seinem Verkäuferportal empfiehlt das Unternehmen seinen Verkäufern, den Monat Dezember 2020 als Grundlage für weitere Planungen heranzuziehen. Nach aktuellem Stand bleiben die Zoll- und Binnenmarktregelungen der EU vorerst bis Ende 2020 in Kraft, eBay werde die Situation weiter beobachten und seine Händler weiter auf dem Laufenden halten.

Geschäfte mit Großbritannien: Vorerst innergemeinschaftliche Lieferungen

Die umsatzsteuerlichen Folgen des Brexit werden nach dem aktuellen Stand damit bis Ende des Jahres noch einmal verschoben. Demnach wird Großbritannien zunächst noch nicht aus umsatzsteuerlicher Sicht der EU zum Drittland, sondern das Land wird weiterhin wie ein EU-Staat behandelt. Betroffen von der Änderung werden insbesondere die Regelungen zu innergemeinschaftlichen Warenbewegungen, dem Ort der sonstigen Leistungen, Steuerbefreiungen und Meldepflichten sein.

Für Onlinehändler gilt damit weiterhin, dass es sich bei Verkäufen in Großbritannien um innergemeinschaftliche Lieferungen handelt, die sie in der Umsatzsteuererklärung und in der zusammenfassenden Meldung erklären müssen. In Großbritannien müssen sich Onlinehändler umsatzsteuerlich registrieren und britische Umsatzsteuer ausweisen.

„Sobald Großbritannien nicht mehr im Binnenmarkt ist, wird es sich bei solchen Geschäften um Ausfuhrlieferungen handeln, die steuerlich anders behandelt werden,“ erklärt Steuerberater und ETL-Vorstand Marc Müller. „Die Folgen in der Abwicklung sollten Onlinehändler am besten im Laufe des Jahres schon mit einem auf Onlinehandel spezialisierten Steuerberater besprechen, um für die Änderung gewappnet zu sein.“

Fairtrade warnt im Rahmen der Fruit Logistica vor den Folgen des Billigwahns bei Lebensmitteln

Für gerade mal 88 Cent pro Kilogramm werden Bananen von Discountern und Lebensmitteleinzelhändlern angeboten – und das seit Jahren immer häufiger. Dabei haben die Billigpreise weitreichende Folgen: „Die Preise decken nicht einmal die Kosten einer nachhaltigen Produktion“, sagte Dieter Overath, Vorstandsvorsitzender von TransFair e.V. im Vorfeld der Fruit Logistica. „Produzentenorganisationen stehen enorm unter Druck. Entweder sie liefern ihre Waren zu den geforderten Konditionen oder sie verlieren wichtige Kunden. Dabei ist ein Anbau zu den aktuellen Preisen schlichtweg nicht möglich, ohne dass Menschen und Umwelt darunter leiden“, so Overath weiter. Wer Produzenten und Umwelt schützen möchte, sollte zu Bananen mit dem grün-blau-schwarzem Fairtrade-Siegel greifen. Der Fairtrade-Mindestpreis und die Fairtrade-Prämie, ein zusätzlicher finanzieller Aufschlag, sind nicht verhandelbar und müssen unabhängig vom Ladenpreis an die Produzenten bezahlt werden. Etwa 125.000 Tonnen Fairtrade-Bananen wurden 2019 verkauft – 44 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Damit ist in etwa jede sechste Banane fair gehandelt. 64 Prozent der Fairtrade-Bananen sind zudem bio-zertifiziert.

Faules Geschäft: Die Produktionskosten steigen, doch die Preise fallen

Während der Lebensmitteleinzelhandel vom Geschäft mit den Billigbananen profitiert, bleiben die Produzenten auf ihren Kosten sitzen: „Dünger, Verpackung und Transport werden teurer, sodass die Preise in die Höhe gehen müssten. Nur wenn die Bauern die wachsenden Produktionskosten auffangen, Umweltproblemen und Schädlingsbefall begegnen können, hat der Bananenanbau eine Zukunft“, warnte Silvia Campos, Global Product Managerin für Bananen bei Fairtrade International. Alleine durch Präventionsmaßnahmen gegen Schädlinge wie die Panamakrankheit TR4 müssten die Produktionskosten um schätzungsweise 11 bis 14 Cent pro Bananenkiste (18,14 kg) steigen. Der aggressive Bananenpilz war im Sommer 2019 in Kolumbien aufgetaucht; er zerstört befallene Bananenbestände innerhalb kürzester Zeit. Schutzmaßnahmen wie die Umzäunung der Betriebe und die Installation von Kontroll- und Desinfektionssystemen können das Risiko eines Pilzbefalls verringern. „Wer sich solche Maßnahmen nicht leisten kann, droht alles zu verlieren. Gerade kleine und mittlere Farmen sind betroffen. Langfristig droht dadurch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit und der Armut im Globalen Süden“, so Campos. Damit Unternehmen künftig mehr Verantwortung für die Menschen im Anbau übernehmen, fordert TransFair e.V. ein Lieferkettengesetz. Mehr dazu unter: https://www.fairtrade-deutschland.de/service/newsroom/news/details/transfair-befuerwortet-lieferkettengesetz-4385.html

Fruchtimporteur Port International führt klimaneutrale Bananen ein

Der Hamburger Fruchtimporteur Port International setzt sich für mehr Klimaschutz ein. Mit „Be Climate“ hat das Unternehmen im Herbst 2019 die erste klimaneutrale Marke für Obst und Gemüse auf den Markt gebracht. Seit Anfang des Jahres beliefert Port die belgische Supermarktkette Delhaize mit den ersten klimaneutralen Bananen. Delhaize ist mit rund 800 Filialen der erste Einzelhändler in Europa, der eine Komplettumstellung auf klimaneutrale Bananen für das kommende Jahre angekündigt hat. Mehr dazu unter: https://www.fairtrade-deutschland.de/service/newsroom/news/details/kein-krummes-ding-klimaneutrale-bananen-4583.html

ETECTURE übernimmt Digitalagentur typ zwo digital

Die ETECTURE GmbH setzt ihren Wachstumskurs fort: Sie übernimmt die Digitalagentur typ zwo digital und führt deren Mitarbeiter mit dem bereits bestehenden Standort Düsseldorf zusammen. Geschäftsführer der dazu neu gegründeten ETECTURE Düsseldorf GmbH ist Bastian Naurath, der zuvor als Gründer und Geschäftsführer die typ zwo digital aufgebaut hat.

Mit der Übernahme der typ zwo digital GmbH & Co. KG setzen wir unseren Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort?, betont Francesco Loth, der gemeinsam mit Stefan Dangel die Geschäfte der ETECTURE GmbH als Doppelspitze führt. ?Das spezielle Know-how der erfahrenen Mitarbeiter von typ zwo digital ergänzt unser Portfolio im Umfeld von E-Commerce, beim Aufbau moderner Plattform-Architekturen und im Bereich User Experience sinnvoll.? Die neuen Mitarbeiter verstärken das ETECTURE-Team im Düsseldorfer Medienhafen, wo das Unternehmen bereits seit längerer Zeit einen Standort unterhält. ?Für uns ist das ein logischer Schritt, um unsere Marktposition weiter auszubauen. Das Düsseldorfer Team wird auch dazu beitragen, dass wir unsere Leistungen noch besser in hoher Qualität skalierbar anbieten können?, so Francesco Loth weiter.

Um dem Standort die dafür nötige Eigenständigkeit zu geben, wurde gemeinsam mit Bastian Naurath die ETECTURE Düsseldorf GmbH gegründet, deren Geschäfte er ab sofort führt. Der 32-jährige Digitalexperte hatte zuvor die Digitalagentur typ zwo digital in Worms gegründet und als Geschäftsführer geleitet. ?Die digitale Zukunft gemeinsam mit ETECTURE zu gestalten, war für uns eine Reaktion auf sich wandelnde Anforderungen des Marktes und damit eine strategische und folgerichtige Entscheidung?, ergänzt Bastian Naurath, ?wir sehen massiven Bedarf für ganzheitliche Lösungsansätze im Rahmen der Digitalisierung. Die Digital Architects von ETECTURE bringen diese Ansätze und die Lösungskompetenz, das nötige Know-how und das dafür geeignete Methodenset mit. Durch diese Kombination haben wir am Markt ein klares Alleinstellungsmerkmal.?

Die Entscheidung für ETETCURE sei ihm und seinem Team auch deshalb leichtgefallen, weil vor dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen bereits mehrere Kundenprojekte gemeinsam zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht worden seien. Unter anderem wurde für die Bergmoser + Höller Verlag AG die bestehende digitale Infrastruktur optimiert und ein Relaunch der verlagseigenen E-Commerce Download-Portalen durchgeführt.

Bastian Naurath verfolgt mit der ETECTURE Düsseldorf GmbH ehrgeizige Ziele: ?Wir haben die flexible Unternehmensstruktur geschaffen, um die Leistungsfähigkeit von ETECTURE zu unterstützen und mit der zeitnahen Reaktion auf Kundenbedürfnisse Neugeschäft zu generieren. Dazu werden wir unsere Kompetenzen im Umfeld von PHP und User Experience ausbauen und von aktuell 14 im Lauf des Jahres auf 30 Mitarbeiter wachsen.? Neben Düsseldorf unterhält ETECTURE als ganzheitlicher Dienstleister für die digitale Transformation weitere Standorte in Frankfurt am Main und Karlsruhe mit derzeit 150 Mitarbeitern.

„I like it – but I don’t use it“: Studie zeigt, warum so viele Carsharing-Angebote scheitern

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Weniger Konsum, mehr Nachhaltigkeit: Carsharing gilt als innovative Mobilitätslösung und Paradebeispiel für den Megatrend „Share Economy“. Doch so schnell in den vergangenen Jahren zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichen Konzepten auf dem Markt erschienen sind, so schnell sind viele von ihnen auch wieder verschwunden. Den Gründen dieses Scheiterns geht eine aktuelle Studie des Instituts für Marketing & Management der Universität Hohenheim in Stuttgart in Kooperation mit europäischen Forschungspartnern nach. Zentrale Erkenntnisse: Wirklich überzeugen können nur elektrobetriebene Fahrzeuge und Carsharing-Konzepte, die zur Lebenswirklichkeit der Konsumenten passen. Unabdingbar sind dabei bequeme und flexible Nutzungsmöglichkeiten sowie ein hohes Service-Level.

Am Beginn der Studie stand ein Pilotprojekt zur Einführung eines neuen Carsharing-Angebots in Stuttgart. Im Rahmen einer wissenschaftlichen Begleitstudie befragten Forscherinnen und Forscher zunächst potentielle und tatsächliche Nutzer zu ihren Erwartungen und Erfahrungen. Letztendlich scheiterte das Angebot jedoch: Die Registrierungen und Nutzungszahlen waren einfach zu gering, um das Konzept wirtschaftlich betreiben zu können.

Doch damit begann das Thema für das Forschungsteam erst richtig spannend zu werden. Denn obwohl Carsharing nach wie vor als innovative Mobilitätslösung gilt und das Marktsegment der Share Economy weiterhin boomt, ist das Schicksal des Pilotprojekts kein Einzelfall.

Warum das Angebot von den Konsumenten nicht angenommen wurde, untersuchte das Team um Prof. Dr. Marion Büttgen und Dr. Adrian Lehr vom Fachgebiet Unternehmensführung an der Universität Hohenheim sowie ihre europäischen Kooperationspartner deshalb in einer weiterführenden empirischen Studie. Maßgeblich beteiligt waren Prof. Dr. Rüdiger Hahn von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Associate Prof. Dr. Felix Ostertag von der EM Strasbourg Business School und Prof. Dr. Sabine Benoit von der Surrey Business School.

Positive Einstellung führt nicht automatisch zur Nutzung

Als nächsten Schritt führte das Forschungsteam dazu zunächst Tiefen-Interviews mit Nutzern und insbesondere auch Nicht-Nutzern des Angebots durch. „Dabei wurde klar, dass das Angebot nicht zu den tatsächlichen Mobilitätsbedürfnissen der angesprochenen Zielgruppe passte, auch wenn sie das Carsharing grundsätzlich positiv beurteilen“, fassen Prof. Dr. Büttgen und Dr. Lehr zusammen.

Doch die Frage, wie ein Carsharing-Konzept aussehen sollte, das die Konsumenten wirklich nutzen wollen, war damit im Detail immer noch nicht eindeutig beantwortet. „Gerade die Vielzahl an unterschiedlichen Angeboten, die es mittlerweile auf dem Markt gibt, erschwert eine eindeutige Identifikation der entscheidenden Merkmale“, erklärt Prof. Dr. Hahn.

In einer weiteren empirischen Untersuchung ließ das Forschungsteam deshalb Probanden in einem faktoriellen Forschungsdesign 128 potentielle Carsharing-Angebote mit jeweils unterschiedlichen Merkmalskombinationen bewerten. Anhand von 2.820 Einzelbewertungen analysierten die Forscherinnen und Forscher anschließend, welche Merkmale für Konsumenten am relevantesten sind.

Ein Muss: Elektrofahrzeuge, Free-Floating und Full-Service

Die Ergebnisse offenbarten eindeutige Präferenzen: Wirklich überzeugen konnten die Probanden nur elektrobetriebene Fahrzeuge. Außerdem klar im Vorteil waren Angebote, die dem sogenannten Free-Floating-Konzept folgen. Fahrzeuge können bei diesem Modell an jedem beliebigen Ort im Stadtbezirk abgeholt und abgestellt werden, ohne an feste Stationen gebunden zu sein.

Deutlich wurde ebenfalls die Erwartung eines Full-Service-Angebots, ohne eigenständiges Tanken oder Reinigen, wie es bei einzelnen Angeboten auf dem Markt der Fall ist. Als ebenfalls relevant erwies sich die Art des Preismodells, weniger wichtig hingegen war, ob es sich um einen privaten oder kommunalen Anbieter handelt. Die Vielfalt an verfügbaren Automodellen spielt gemäß den Studienergebnissen gar keine Rolle.

„Die Ergebnisse zeigen das hohe Anspruchsniveau der Konsumenten, das sich noch immer am privaten PKW orientiert und für den Carsharing-Betreiber mit erheblichen Kosten verbunden sein kann. Dies erklärt auch, warum nur wenige Carsharing-Angebote wirklich wirtschaftlich sind. Die Anbieter sollten sich daher auf die wesentlichen Faktoren fokussieren“, erklärt Dr. Lehr. „Es wird sich in Zukunft zeigen, wie sich der vergleichsweise junge Markt entwickelt und ob sich der Trend hin zu einer Konsolidierung der Angebote fortsetzt.“

Publikation

Der vollständige Forschungsbeitrag „I like it, but I don’t use it: Impact of carsharing business models on usage intentions in the sharing economy“ ist in der Fachzeitschrift Business Strategy and the Environment erschienen: https://lnkd.in/e4eqs4J